Der Verein

Zuerst wollen wir uns vorstellen.

Wir sind Treptitz, ein 130 Seelenort am Rande der Dahlener Heide                                                und für Zusammenhalt und Ideenreichtum in unserer Gemeinde bekannt.

Nach 2 Infoveranstaltungen Ende des Jahres 2009 und der Vorstellung einer  Diplomarbeit unter Mitwirkung und Initiative des Instituts für Wasserbau und Siedlungswasserwirtschaft an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (IWS) im September 2010 gab es für die Einwohner von Treptitz nur eine Konsequenz.

In dieser Diplomarbeit wurde deutlich dargestellt, dass der Bau einer Gruppenkläranlage extrem kostengünstiger ist, sowohl in der Erstellung als auch in der langfristigen Betreibung.

Treptitz ist, entgegen den demografischen Gegebenheiten in Deutschland, ein junger Ort.  Auch um unseres kleines Dorf, sprichwörtlich im Mittelpunkt des ländlichen Raumes gelegen,  langfristig für junge Leute attraktiv zu erhalten, benötigten wir eine, für unsere Kinder finanzierbare und der Umwelt gegenüber nachhaltige Infrastruktur. Ziel ist es, das Leben auf dem Land lebenswert und bezahlbar zu macht, um die kleinen Orte wie Treptitz vor dem Aussterben bewahren.

Von diesen Argumenten überzeugt, gründete der Großteil der Treptitzer Einwohner unter Initiative von Dipl.-Ing. Tilo Sahlbach, selbst waschechter Treptitzer und Vater von 2 Kindern, am 22.09.2010 den

VEREIN ZUM ÖKOLOGISCHEN GEWÄSSERSCHUTZ TREPTITZ E.V.

mit folgenden Zielen:

  • Bau von 2 Gruppenkläranlagen BIODISC NG 50 EW vollbiologisch Ablaufklasse N statt 43 Einzelkläranlagen
  • Auftrennung des Kanalsystems in ein Trennsystem
  • Neuverlegung von ca. 2.200 m Schmutzwasserkanal zum größten Teil in Eigenleistung durch die Mitglieder des Vereins

Die Umsetzung unseres Vorhabens erforderte die Änderung des bestehenden Abwasserbeseitungskonzeptes. Mit diesem Anliegen stellte sich der Verein mit seinen Vorhaben erstmals am 04.10.2010 den Gemeinderäten der Gemeinde Cavertitz vor. Die Gemeinde und deren Vertreter sahen hinsichtlich der nötigen Änderung wenig Chancen für die Ausführung unseres Vorhabens.  

Eine weitere Vorstellung erfolgte am 10.11.2010 vor der Landesdirektion Leipzig und der unteren Wasserbehörde, bei der uns ein positives Feedback signalisiert wurde.

Den Durchbruch brachte uns aber erst die Vorstellung beim Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) am 07.03.2011. Dort wurde unser Vorhaben sehr befürwortet und uns Unterstützung zugesagt.

Unsere Hartnäckigkeit wurde belohnt und so wurde am 28.03.2011 durch die Gemeindeverwaltung das Abwasserbeseitigungskonzept zu unseren Gunsten geändert, eine Direkteinleitung war nun möglich.

Es sollten aber noch einige Monate vergehen, bevor am 18.08.2011 die wasserrechtliche Erlaubnis vorlag und somit einem Baubeginn für den ersten Abschnitt „Unterdorf“ nichts mehr im Wege stand.

Mit Beginn der Baumaßnahmen ergab sich für den Verein die Möglichkeit, in Zusammenarbeit mit dem ortsansässigen Landwirt als Betreiber einer Biogasanlage, die Abwärme des Blockheizkraftwerkes für den Ort und seine Einwohner nutzbar zu machen. Also wurde gleichzeitig mit der Verlegung des Abwassernetzes und eines zusätzlichen Nahwärmenetzes begonnen.

Für die Mitglieder erhöhte sich der Wert ihrer Investitionen erheblich, auf Dauer profitieren sie nicht nur von der kostengünstigen Abwasserentsorgung, sondern können ihren Wärmebedarf in den nächsten Jahren zum ungefähr hälftigen Erdgaspreis mit der bis dahin ungenutzten Abwärme des Blockheizkraftwerkes der Biogasanlage decken, was dem eigentlichen Grundgedanken des EEG entspricht. Unser neues Vorhaben wurde vom SMUL unterstützt und so wurde für den 2. Bauabschnitt „Oberdorf“ für den Bau des Nahwärmenetzes ein Fördermittelzuschuß von der SAB in Höhe von 35% zugesagt.

Trotz des späten Baubeginns, schließlich wurden die meisten Schacht-und Verlegearbeiten durch die Mitglieder an den Wochenenden durchgeführt, konnte am    01.11.2011 die erste Kläranlage „Unterdorf“ ans Netz gehen.

Nach kurzer Winterpause wurde im Frühjahr 2012 das Oberdorf in Angriff genommen, sodass am 05.06.2012 auch die 2.Kläranlage in Betrieb gehen konnte.

Für beide Kläranlagen erhielten wir einen Förderbetrag in Höhe von je 13.600 Euro, ein Gesamtförderbetrag von 27.200 Euro.

Ganz wichtig ist uns aber auch ein angenehmer Nebeneffekt unserer Vereinsarbeit:

Der Zusammenhalt im Dorf ist maßgeblich gewachsen, monatelang wurde Hand in Hand gearbeitet. Aus ICH und DU sind WIR und VÖG geworden. Probleme wurden gemeinsam gemeistert und das Ergebnis kann sich sehen lassen.  

Natürlich hat sich so viel Tatendrang herumgesprochen: Unsere Arbeit hat Modellcharakter – Auf der Regionalkonferenz 2011 zur Abwasserbeseitigung im Freistaat Sachsen wurde das „ Modellprojekt Gruppenkläranlage in Treptitz“ durch unseren Vereinsvorsitzenden Dipl.-Ing. Tilo Sahlbach vorgestellt.

Zum Tag der offenen Tür am 08. September 2012 konnte man sich ein Bild von der Arbeit unseres Vereins machen. Diese Möglichkeit wurde rege von vielen Interessenten aus der umliegenden Gegend genutzt.

Unter anderem interessierte man sich in Olganitz, Strehla und Trossin für unser Konzept, entsprechende Infoveranstaltungen wurden auch dort durchgeführt.

Bereits mehrfach durften wir den Staatsminister Frank Kupfer, unter anderem beim Tag der offenen Tür und zur Übergabe des Förderbescheides für das Nahwärmenetz  bei uns begrüßen.

Am 5 Juli 2013 erhielten wir einen Sonderpreis des sächsischen Umweltpreises 2013. Den Bewerberfilm finden sie unter https://www.youtube.com/watch?v=9evcN2U1u70

Im Frühjahr diesen Jahres beschlossen die Mitglieder mit einer eigenen Wahlliste politisch interessierten Bürgern die Plattform zu bieten, sich bei der Gemeinderatswahl aufzustellen.

Wir sind Preisträger beim Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ 2014. 

Derzeit planen wir den Bau einer Klärschlammvererdungsanlage, voraussichtlicher Baubeginn September 2014.

Leave a Reply